Wer hat den Advent erfunden?

Erfunden wurde der Advent im 5. Jahrhundert an zwei Orten gleichzeitig:
in der italienischen Stadt Ravenna und in der Gegend um Antiochia, das heute in der Türkei liegt.
Dort bereiteten sich am Sonntag vor dem Heiligen Abend die Gemeinden mit Fasten und Gebeten auf Weihnachten vor. Das muss Papst Gregor dem Großen so gut gefallen haben, dass er im 6. Jahrhundert zur besonderen Vorbereitung auf das Weihnachtsfest gleich mehrere Wochen als Fastenzeit festlegte. Diese Zeit erhielt den Namen „Advent“ und war anfangs sogar eine vierzigtägige Fastenzeit.
Sie begann am 11. November, dem Martinsfest, und endete am Heiligen Abend. Erst im Konzil von Trient im Jahr 1570 wurden vier Sonntage, der erste bis vierte Advent, festgeschrieben. Heute ist der Advent der erste Teil des Weihnachtsfestkreises.


„Wacht und betet allezeit“ – so spricht Jesus im Lukasevangelium, das am ersten Adventssonntag gelesen wird. „Wacht und betet“ – ein Aufruf, der Programm sein kann für den Advent. „Wacht und betet“ kann uns zum Beispiel so etwas wie ein Wegweiser imTrubel und in der Hektik der Vorweihnachtszeit sein.
Wir können uns diesen Aufruf im Advent immer wieder ins Gedächtnis rufen und uns so daran erinnern, warum wir eigentlich Advent feiern. Es ist eine Einladung, im Advent immer wieder einmal innezuhalten und sich auf das Wesentliche, nämlich auf das Kommen Gottes in unsere Welt, zu besinnen. Wenn ich mich dann in das Wachen und Beten hineinbegebe, kann es mir gelingen, eine Haltung einzunehmen, die mich den Advent, die Ankunft unseres Herrn, ganz bewusst erwarten lässt. Wachend und betend wollen wir uns auf den Weg machen, auf den Weg der Vorbereitung auf Weihnachten. Machen wir uns auf den Weg zur Krippe, wie es auch das Titelbild dieses Pfarrbriefs ausdrückt. Zu sehen ist die Sternstraße in Bethlehem, die auf die Geburtskirche, den Ort der Geburt Christi, hinführt. Jahr für Jahr gehen in der Heiligen Nacht viele Menschen auf diesem Weg, um schließlich am Geburtsort Jesu anzukommen und dort Weihnachten zu feiern.
Wachend und betend wollen wir uns im Advent auch in unserer Pfarreiengemeinschaft auf den Weg machen, und uns auf das Kommen Gottes in die Welt vorbereiten. Auf dem Weg sein können wir zum Beispiel mit den Texten des Lukasevangeliums, die an den vier Adventssonntagen zu hören sind. Zum Wachen und Beten auf unserem Weg durch den Advent laden neben den Familiengottesdiensten an den Adventssonntagen auch Rorate-Gottesdienste, das Nightfever, ein Abend der Versöhnung und Adventsmomente – Momente der Besinnung – ein.
„Wacht und betet allezeit!“ Wir wünschen Ihnen, dass Sie diese Worte Jesu gerade jetzt im Advent immer wieder neu berühren mögen. Wir wünschen Ihnen viele besinnliche Momente im Advent, die dazu beitragen, das Kommen Gottes immer bewusster zu erwarten. Wir wünschen Ihnen ein Weihnachtsfest, das Sie mit tiefer Freude über die Geburt unseres Retters und Heilands erfüllen möge!



Freitag, 07.12. und Freitag, 21.12. jeweils um 18.30 Uhr im Münster ———————__—Adventsmomente
„Moment“ ist ein passendes Wort im Advent: Ein Moment, um innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und Hektik abzulegen. Wir laden alle ganz herzlich dazu ein, sich für eine halbe Stunde bei besinnlichen Texten, Musik, Stille und Kerzenschein aus dem vorweihnachtlichen Trubel zurückzuziehen und die Ankunft Jesu bewusst zu erwarten.